Eine Reise nach Mijas

Eine Reise nach Mijas

Wer auf der Suche nach Geschichte ist, die auf eben jenen unverwechselbar-andalusischen Charme trifft, der die Costa del Sol seit vielen Jahren zum Hotspot der spanischen Tourismusindustrie macht, der darf sich eines nicht entgehen lassen: einen Trip nach Mijas.
Gegründet wurde das Dorf dereinst von der Tartessern (den ersten professionellen Weinbauern der iberischen Halbinsel). Zu Zeiten der Römer wurde aus der kleinen Ansammlung von Häusern (und Vinotheken?) eine immer bedeutendere Ortschaft, da sich das spätere Mijas an einer Abzweigung der Via Augusta befand, die seinerzeit Cádiz mit Málaga verband. Im Jahre 714 von Abdalaziz, dem Stadthalter von Sevilla, erobert, blieb das Terrain bis zur Wiedereroberung 1487 in muslimischen Händen. Im 16. Jahrhundert entstand dann die berühmte Pfarrkirche des weißen Dorfs, Ende des 17. Jahrhunderts die Ermita San Sebastián. Soviel zur Geschichte… … die sich natürlich bis heute auch in den lokalen Festen bemerkbar macht: so wird traditionell in der ersten Septemberhälfte der Jungfrau Virgen de la Peña gedacht, der Schutzheiligen des Dorfs. Und wo gedenkt man Schutzheiligen am besten? Genau: in ihrer eigenen Ermita (Kapelle), in der sich übrigens auch eine mehr als 1200 Jahre alte Heiligenfigur aus Holz befindet.

Wer es weniger kirchlich mag, der verliert sich einfach in den bezaubernden, oftmals mit Blumen geschmückten Gas-sen des weißen Dorfs – und ein Tipp: fernab der Hauptstraße kann man dem Touristengetümmel wunderbar entgehen. Ein besonderes Highlight ist der Paseo de la Muralle, ein Fußgängerweg am Rande der Stadt, der durch einen kleinen Park direkt entlang der Klippen führt. Von dort aus genießt man einen atemberaubenden Blick über die gesamte Küste – und kann mit ein bisschen Glück sogar die Küste Marokkos sehen.

Heimat von Menschen aus knapp 80 Ländern dieser Welt

Mijas – das sich in die Bereiche Mijas Pueblo, Las Lagunas und La Cala sowie ländliche Ortschaften wie Valtocado und La Alquería aufteilt und inzwischen Heimat von Menschen aus knapp 80 Ländern dieser Welt ist – verfügt darüber hinaus über ein großes künstlerisches Erbe. Das Kunsthand-werk hat sich über die Jahrhunderte auf die Verarbeitung von Silber, Espartogras und Korbweide spezialisiert. Und weil es von der Kunstwelt zum Museumsbesuch bekanntlich nur ein kleiner Schritt ist, seien das Stierkampfmuseum und das Miniaturen-Museum „Carromato de Max“ als Ausflugtipps erwähnt.

All das macht natürlich hungrig. Und so gibt es in Mijas ein großes kulinarisches Angebot – mit einer Menge typisch andalusischer Tapas-Bars, in denen neben Klassikern wie Salmorejo und Gaspachuelo auch Spezialitäten wie Maimones (Brotsuppe) und Cachorreñas (Bitterorangensuppe) angeboten werden.

Zum Nachtisch bietet sich dann ein Abstecher ins Happiness Laboratory auf der Plaza Virgen de la Peña an. Dort gibt es neben klassischen Eissorten auch exotische Kreationen –basierend beispielsweise auf dem Geschmack thailändischer Suppen.
Klingt komisch – ist es auch… aber dennoch eines jener kleinen Highlights, die einen Tagestrip nach Mijas zum unvergesslichen Erlebnis machen.