The Editor’s Bitch // 08

Endlich wieder Februar, das lässt Frauenherzen doch höher schlagen! Mit etwas Glück schickt uns der Mann zum Valentinstag einen fetten Strauß rote Rosen ins Büro, damit vom Paketboten über die Kollegen und Kunden hin zum Chef auch ja alle mitbekommen, was für eine glückliche, leidenschaftliche Beziehung wir führen. Vielleicht fällt die Ausbeute auch ein bisschen magerer aus und der Angebetete führt uns einfach nur schick aus, damit wir uns beim Candlelight Dinner gegenseitig versichern können, was für eine glückliche, leidenschaftliche Beziehung wir führen. Und sollten wir zu blöd gewesen sein, uns den großen Romantiker zu angeln, haben wir hoffentlich genug Druck aufgebaut, damit wenigstens eine neue Küchenmaschine rausspringt, die uns dann jeden Tag daran erinnert, wie geschickt wir darin sind, uns die glückliche, leidenschaftliche Beziehung selbst zu backen.

Jetzt ernsthaft, Ladies? Erst kommt die Kirche mal wieder mit irgendeinem heiligen Valentin um die Ecke, dem sie inzwischen selbst gar nicht mehr offiziell gedenkt,

trotzdem schießen weltweit irgendwelche Brauchtümer aus dem Boden, von denen keiner so genau weiß, was die mit der romantischen Liebe zu tun haben sollen, und am Ende war’s wohl, wie oftmals ketzerisch behauptet, ein cleverer Blumenhändler, der sich den ganzen Mist ausgedacht hat. Um damit Rahmenbedingungen für glückliche, leidenschaftliche Beziehungen zu schaffen. Großes Kino.

Es wird also wieder aufregend am 14. All diese in langweiligen und belanglosen Beziehungen gefangenen Menschen erwarten sich plötzlich Liebesbeweise, ein bloßes Ich-liebe-Dich würde als blanker Hohn abgetan, ein bisschen mehr WERTschätzung sollte es schon sein. Und da diesen Erwartungen gar nicht entsprochen werden kann, hängt der Haussegen dann doch wieder überall schief. Nur nicht bei den Blumenverkäufern…