THE FINEST PEOPLE
Adriana Rogan

THE FINEST PEOPLE – Adriana Rogan

Wenn man sich unter Freunden gegen sechs Uhr abends zum Grillen trifft, fängt der eine oder andere ab zwölf Uhr nachts schon mal an, über den Heimweg nach­zudenken – zumal vier Kilometer weiter das Weekend Beach Festival tobt und kein einziger Kreisel vor Alkoholkontrollen sicher ist. Nicht so diese Freunde.

Wenn man als Sängerin bereits zwei Auf­tritte hinter sich hat und kurz vor Mitter­nacht schon auf sein Zuhause zufährt, ist die eine oder andere sicherlich versucht, jeden Umweg zu vermeiden und auf schnellstem Weg ins Bett zu kommen – zumal am nächsten Tag schon die nächs­ten Konzerte anstehen. Nicht so diese Sängerin.

Und schon gar nicht so in dieser ersten Nacht von Samstag auf Sonntag im Juli, in der Sängerin Adriana das Highlight für ihre Fans auf dieser privaten Gartenparty ist – und umgekehrt.

Sobald sie erscheint, zieht sie alle Augen auf sich. Sie hat diese magische Aura an sich, die wie ein Magnet wirkt. Man spürt ihre Anwesenheit physisch, ihre Nahbar­keit bohrt sich einem direkt ins Herz. Bestimmt sind ihre Eltern daran nicht ganz unschuldig: Carlos, der als ihr Sound-Techniker bei jedem Auftritt mit auf der Bühne steht. Inma, die die beiden begleitet, wann immer ihr Friseursalon ohne sie auskommt – meistens mit weiteren Freunden und Familienmitgliedern im Schlepptau.

„Meine Eltern haben mich immer unterstützt. mich darin be­stärkt. meinen Traum zu verwirklichen“ – und wann immer sie davon erzählt. steigen ihr die Tränen in die Augen. Jetzt möchte sie mit Ihren Liedern andere bewegen und berühren. Ihre eigenen Songs befassen sich mit großen Themen: Lie­be. Toleranz. Respekt. Selbstverwirklichung … Ich möchte die Menschen anspornen, immer an sich zu glauben, nach den Sternen zu greifen.“

Noch singt die 26-Jährige auf der Bühne hauptsächlich Co­verversionen der guten Klassiker – Soul, Motown, Rock, Pop, Reggea. Dazu aktuelle Charthits, fast automatisch trällert man jedes Lied mit, völlig unfähig, den eigenen Körper vorn Mittanzen abzuhalten. Ihre Interpretationen von Arny Whine­house-Songs sind völlig unfassbar, schwer zu sagen, ob ihre Versionen nicht manchmal sogar besser sind als die Origi­nale.

Aber ihr erklärtes Ziel ist das erste eigene Album. Um es zu erreichen, tritt sie ohne Unterbrechung auf, auch mehrmals täglich, in Torre del Mar, Benajarafe, Mijas, Torrernolinos, Fuengirola, Sevilla. Kein Weg ist ihr zu weit.

Dass sie Massen begeistern kann, hat das Stimmwunder aus Málaga Anfang des Jahres in der letzten Staffel von „La Voz“, dem Pendant zu „The Voice of Gerrnany“, schon bewiesen. Nach den Blind Auditions hat sie die Coaches noch eine gan­ze Weile locker von sich überzeugt. Erst in der fünftletzten Sendung ist sie im finalen Battle ihrer Konkurrentin unterle­gen … Es war eine wundervolle Erfahrung. Ich möchte keinen Moment davon missen“.

Vom großen Orchester zurück zur Zwei-Mann-Show „en mi tierra“, ihrer geliebten Heimat Andalusien, wie sie immer wieder betont. Und wieder kommt es vor, dass sie ein Trän­chen verdrückt. Wie auch auf der Bühne, wenn sie ihre Eltern vorstellt und ihnen ein Lied widmet. Oder den siebenjährigen Oliver zu sich bittet, ihm Raum lässt für seine Kunst, Spagat­ und Radschlag-Akrobatik, während sie sich unters Publikum mischt und den Kleinen mit Michael Jacksons „Beat lt!“ an­feuert.

Es sind eben neben ihrer samtweichen Stimme mit dem kratzigen Unterton die puren Emotionen, die sie in jedem Moment versprüht, diese menschliche Wärme, die sie und ihre Musik so gut und echt machen.