the finest trip – Nerja

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Die Küstenstadt Nerja

Wir wissen nicht genau, ob es ein Tag im September war, aber wir wissen, dass es ein Tag vor etwa 40.000 Jahren gewesen sein muss, an dem sich einer unserer zugegebenermaßen dann noch recht fernen Verwandten mit seiner (oder ihrer?) Wandmalerei in der Höhle von Nerja verewigt – und somit eines der ältesten erhaltenen Kunstwerke der Menschheitsgeschichte hinterlassen hat. Ein Bild für die Ewigkeit, wenn man so will – entdeckt 1959… und bis heute eine der Top-Attraktionen der berühmten Küstenstadt Nerja im Osten der Axarquía.

Überhaupt: die Höhle in der Nähe von Maro ist ein Ort der Superlative. Sie erstreckt sich über beinahe fünf Kilometer – und beherbergt keine geringere als die größte, aus der Verschmelzung eines Stalaktiten und Stalagmiten (welcher jetzt von oben nach unten und welcher in die umgekehrte Richtung wächst, das diskutieren Sie bitte bei einem kühlen Glas Wein auf dem Europabalkon…) entstandene Tropfsteinsäule der Welt. Das macht ihr so schnell niemand nach. Nerja also – eine Stadt mit Geschichte… und das, wie üblich in der Axarquía, einer Geschichte, die vornehmlich aus dem ständigen Hin und Her zwischen Mauren und Nicht-Mauren geprägt ist. Die Römer siedelten in der Nähe von Maro, die Mauren bauten etwas weiter landeinwärts die ersten Häuser, und Anfang des 10. Jahrhunderts findet sich dann auch die erste schriftliche Ortsbezeichnung – versehen mit der Bedeutung: „Reiche Wasserquelle“. Verwunschene Gassen, Steilklippen, einsame Buchten: es sind die großen Bilder, die Nerja so attraktiv machen. Kein Wunder also, dass hier 1981 „Verano Azul“, der blaue Sommer also, gedreht wurde, eine 19-teilige spanische TV-Serie, die selbst in Lateinamerika, Frankreich und Polen ausgestrahlt wurde

Der Europabalkon

(die Deutschen schickten Anfang des Jahrtausends Gila von Weitershausen und Elmar Wepper mit „Der Traum vom Süden“ ins Rennen… der es wohl nicht in die große weite Welt geschafft haben dürfte). Den 2015 verstorbenen irischen Autor Aidan Higgins inspirierte Nerja in den Siebzigern zu seinem zweiten großen Roman „Balcony of Europe“, in dem sich ein junger irischer Künstler namens Dan an den Rockzipfel der nicht minder jungen Amerikanerin Charlotte zu heften versucht, die jedoch die Frau seines besten Freundes ist und… Sie wissen schon.

Der „Balcony of Europe“ jedenfalls, der Europabalkon, ist natürlich eines der ganz besonderen Wahrzeichen der Stadt. Und tatsächlich: er übt eine gewisse Magie aus – das Ende der Welt (oder zumindest Europas) wird spürbar, wenn man sich an die Balustrade stellt und ringsherum nur noch Wasser sieht, das Mittelmeer zu Füßen – und irgendwann dann Afrika.

Doch auch sonst ist Nerja eine Reise wert – ganz besonders am 8. September, wenn die „Feria de las Maravillas“ stattfindet, das Fest der Wunder, an dem der „Virgen de las Maravillas“ mit einer Prozession gehuldigt wird, spektakuläres Feuerwerk inklusive. Am 27. September wird dann der Internationale Tag des Tourismus gefeiert – mit traditionellen Gerichten, einer Menge erfrischender Kaltgetränke und typisch-andalusischen Tänzen… natürlich auf dem Europabalkon.
Und noch ein ganz besonderer Ausgehtipp zum Schluss: auf der „Plaza Tutti Frutti“ geht es – gerade in den Sommermonaten – Nacht für Nacht so richtig ab: mit jeder Menge Bars und Restaurants und Musik für tatsächlich jeden Geschmack. Nightlife pur eben – als krönender Abschluss eines Trips nach Nerja.