the finest trip – Sevilla

the finest trip – Sevilla

Die größte Stadt in Andalusien

Sie ist mit ihren knapp 700.000 Einwohnern die größte Stadt Andalusiens und verfügt über das größte historische Stadtzentrum Spaniens überhaupt: Sevilla. Der Legende nach vom griechischen Helden Herakles gegründet (was wohl ein wenig geflunkert ist, sich aber herrlich vermarkten lässt), ist die andalusische Hauptstadt Jahr für Jahr ein immer beliebteres Ausflugsziel bei Touristen aus der ganzen Welt. Grund genug, einen genaueren Blick auf die Metropole im Südwesten Spaniens zu werfen…

… deren wohl berühmtestes Bauwerk die Kathedrale Maria de la Sede ist. Im 15. Jahrhundert wurde sie auf den Überresten einer an derselben Stelle bereits bestehenden maurischen Moschee erbaut. Dank ihrer mit Kunstwerken geschmückten Seitenkapellen, ihrer Orgel mit ihren wahrhaft monumentalen Ausmaßen und ihrer Grabmäler zahlreicher berühmter Persönlichkeiten (wer hat schon den Sarkophag von Christoph Kolumbus bei sich rumstehen…) gehört sie seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Einer der wohl schönsten Plätze in Sevilla ist die Plaza de España. Der für die iberoamerikanische Ausstellung im Jahre 1929 erbaute Platz ist nicht nur beliebtes Fotomotiv – sondern auch Schauplatz der Star Wars Saga (für die Dreharbeiten wurde der halbkreisförmige Platz übrigens kurzerhand komplett rund gemacht – kein Problem bei den 7.000 Personen, die insgesamt an den Dreharbeiten beteiligt waren). Die vier Brücken jedenfalls, die den Platz so unverwechselbar machen, symbolisieren die vier Königreiche Spaniens. Zudem gibt’s eine Vielzahl von Kachelornamenten zu bestaunen, die an die 48 Provinzen Spaniens erinnern sollen.

Doch Sevilla – das ist neben allen postkartentauglichen Sehenswürdigkeiten zusätzlich nicht nur die Wiege des Flamenco (ebenfalls Weltkulturerbe), sondern auch die Kinderstube der Tapas.

Feria de Abril

Denn hier, so sagt man sich, begann man vor einem knappen halben Jahrtausend erstmals damit, Getränke anfänglich mit kleinen Tellern, späterhin dann mit einer Scheibe Schinken abzudecken, um sie vor lästigen Fliegen zu schützen – wodurch sich die kleinen alkoholbegleitenden Häppchen mit der Zeit zum festen Bestandteil der spanischen Küche mauserten. In Sevilla selbst gehört die pringá zu den wohl berühmtesten Tapas überhaupt. Deren Ursprung liegt in der Hausmannskost, denn genau genommen handelt es sich hierbei um einen deftigen Fleischeintopf. Der Tradition folgend, wird zuerst die Suppe mit Kichererbsen und Gemüse serviert, zum Schluss dann das Fleisch, das man mit Brot isst (und zwar mit den Fingern, nicht mit Besteck, bitte schön…).

Eine gute Gelegenheit, sich diese Leckerei nicht entgehen zu lassen, ist zweifelsohne die Feria de Abril (schon mal vormerken!). Die Feria ist im Grunde genommen ein einziges gigantisches Familienfest, das sich ursprünglich aus dem Pferdehandel entwickelt hat. Auf einem knapp 500.000m² großen Festgelände im Stadtviertel Los Remedios stehen in der Festwoche rund 1.000 Festzelte, allesamt mit Tanzflächen ausgestattet. Kutschen und Reiter in historischen Kostümen, „Flamencas“, die in klassischen Flamenco-Kleidern durch die Gassen flanieren – wer das ursprüngliche Andalusien liebt, der darf sich die Feria de Abril nicht entgehen lassen.

Und zum Schluss noch eine kleine Anekdote, die so herrlich zur achten Ausgabe unseres anekdotenschwangeren Magazins passt: Die Stadtflagge von Sevilla trägt den Schriftzug NO 8 DO, wobei die Ziffer ‚8‘ ein Wollknäuel (madeja) symbolisiert. Der Text ist zu lesen als No-Medeja-Do (‚No me ha dejado‘), was in etwa so viel bedeutet wie: ‚Sie hat mich nicht verlassen‘ – ein Wortspiel, das auf Alfons X. zurückgeht, der nach seiner Entthronung bis zu seinem Tod im sevillanischen Exil lebte und sich damit für die Treue der Stadt bedankte…